Germanwings Absturz, Germanwings Flug 9525

Germanwings Flug 9525: Was geschah vor 10 Jahren und was hat sich seitdem verändert?

 

Am 24. März 2015 erschütterte der Absturz von Germanwings-Flug 9525 die Welt. Ein Airbus A320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf zerschellte in den französischen Alpen – keine der 150 Personen an Bord überlebte. Die Untersuchung durch die französische Flugunfallbehörde BEA (Bureau d'Enquêtes et d'Analyses) ergab: Der Erste Offizier hatte den Absturz absichtlich herbeigeführt. Ein tragischer Fall von Suizid durch einen Piloten, der für Schock und Unsicherheit sorgte. Doch was ist seitdem passiert? Wie selten sind solche Vorfälle? Und welche Maßnahmen wurden ergriffen, um die Sicherheit in der Luftfahrt weiter zu erhöhen? Viel Faktenwissen zur Sicherheit in der Luftfahrt ist eines der Schlüsselelemente, um Flugangst zu überwinden.

 

Was geschah am 24. März 2015?

Germanwings-Flug 9525 startete planmäßig um 10:01 Uhr in Barcelona. Nachdem der Kapitän das Cockpit für eine kurze Pause verlassen hatte, verriegelte der Erste Offizier die Tür von innen und leitete einen kontrollierten Sinkflug ein. Trotz mehrfacher Versuche der Crew, wieder ins Cockpit zu gelangen, blieb die Tür verschlossen. Der Airbus A320 prallte um 10:41 Uhr mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Berghang in den französischen Alpen. Niemand überlebte den Aufprall.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Erste Offizier unter psychischen Problemen litt, die er vor seinem Arbeitgeber verheimlichte. Während der Flugausbildung hatte er bereits depressive Episoden durchlebt, die später erneut auftraten. Zusätzlich zeigen seine zahlreichen Arztbesuche, dass er unter einer starken hypochondrischen Angst litt. Er war überzeugt, sein Augenlicht zu verlieren, obwohl dafür keine medizinische Grundlage bestand. Dies deutet auf eine mögliche somatoforme Störung oder eine Angststörung hin, bei der Patienten körperliche Symptome wahrnehmen, die keine organische Ursache haben, aber mit intensiven Ängsten einhergehen. Diese Hypochondrie-ähnlichen Ängste könnten seine Depression verstärkt haben und letztlich zu einer tiefen Hoffnungslosigkeit geführt haben, die sich in seiner verhängnisvollen Tat manifestierte.

 

Wie selten sind solche Fälle?

Luftfahrt ist nach wie vor das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Selbstmorde durch Piloten sind extrem selten. Laut der Aviation Safety Network (ASN) gab es in den letzten Jahrzehnten nur eine Handvoll dokumentierter Fälle, darunter:

SilkAir-Flug 185 (1997): Der Kapitän soll absichtlich den Autopiloten deaktiviert und das Flugzeug in einen Sturzflug versetzt haben. Die genauen Ursachen sind bis heute umstritten, jedoch gibt es Hinweise auf persönliche und finanzielle Probleme des Piloten.

EgyptAir-Flug 990 (1999): Der Erste Offizier soll die Triebwerke im Reiseflug deaktiviert und das Flugzeug absichtlich in den Atlantik gesteuert haben. Die offiziellen Berichte weisen auf eine bewusste Handlung hin, jedoch wurde nie abschließend geklärt, ob psychische Probleme eine Rolle spielten.

LAM Mozambique Airlines-Flug 470 (2013): Der Kapitän verriegelte sich allein im Cockpit und leitete einen kontrollierten Sinkflug ein. Untersuchungen ergaben, dass er sich möglicherweise in einer psychischen Krise befand.

Insgesamt sind solche Vorfälle absolute Ausnahmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Flugzeug durch Piloten-Suizid abstürzt, ist verschwindend gering. Die Luftfahrtbranche hat aus jedem dieser Fälle gelernt und die Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich verbessert, um solche Tragödien zu verhindern.

 

Welche Maßnahmen wurden nach dem Germanwings-Absturz ergriffen?

Nach dem Unglück gab es weltweit Diskussionen über neue Sicherheitsrichtlinien. Zahlreiche Maßnahmen wurden eingeführt, um eine Wiederholung zu verhindern:

1. Zwei-Personen-Regel im Cockpit

Direkt nach dem Absturz führten viele Airlines die Regel ein, dass sich niemals nur eine Person im Cockpit aufhalten darf. Verlässt ein Pilot das Cockpit, muss ein Crew-Mitglied (z. B. ein Flugbegleiter) nachrücken. Diese Regel wurde in vielen Ländern jedoch später wieder gelockert, da sie in der Praxis nicht immer als sinnvoll erachtet wurde.

2. Strengere psychologische Untersuchungen

Nach dem Unglück wurden medizinische und psychologische Untersuchungen für Piloten weltweit verschärft. In der EU gelten heute strengere Richtlinien, darunter:

  • Regelmäßige psychologische Checks bereits vor der Einstellung.
  • Verpflichtende medizinische Untersuchungen, um psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
  • Bessere Meldepflichten für Ärzte, wenn sie psychische Probleme bei Piloten feststellen.

Besonders die Meldepflichten für Ärzte sind eine zentrale Neuerung. Im Fall des Germanwings-Co-Piloten wurde bekannt, dass er über 40 verschiedene Ärzte aufsuchte, weil er befürchtete, sein Augenlicht zu verlieren – eine medizinisch unbegründete Angst. Dennoch konnte kein Arzt eine offizielle Meldung machen, die seine Flugtauglichkeit infrage gestellt hätte. Zudem war er zum Zeitpunkt des Absturzes krankgeschrieben, ohne dass dies bei der Airline bekannt war. Dies zeigt, wie schwierig es vor den neuen Regelungen war, kritische Fälle rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

3. Verbesserte Sicherheitskultur in Airlines

Viele Airlines haben ihre Unternehmenskultur so angepasst, dass Piloten psychische Probleme früher ansprechen können, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen. Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der sich Piloten helfen lassen können, bevor es zu kritischen Situationen kommt.

4. Mehr Fokus auf mentale Gesundheit

Psychische Erkrankungen sind noch immer ein Tabuthema, besonders in Hochleistungsberufen wie der Luftfahrt. In den letzten Jahren wurde jedoch mehr Wert darauf gelegt, das Wohlbefinden von Piloten zu schützen, etwa durch anonyme Beratungsmöglichkeiten und psychologische Betreuung.

 

Fazit: Flugreisen sind sicher

Der Absturz von Germanwings-Flug 9525 war eine Tragödie, die viele Menschen verunsichert hat. Doch die Luftfahrt hat aus dem Vorfall gelernt und neue Sicherheitsmechanismen eingeführt. Dank strengerer medizinischer und psychologischer Checks, besserer psychologischer Betreuung und verstärkter Sensibilisierung für mentale Gesundheit sind Flüge heute auch aus dieser Perspektive sicherer als je zuvor.

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